Energie aus Gegenwind

Bus und LKW im HochwasserOhne Deiche gäbe es Pellworm nicht. Unsere Wattenmeerinsel liegt nämlich bis zu einem Meter unter dem Meeresspiegel. Bei jeder Flut liefe die Nordsee in die Köge, wie in einen Suppenteller. Dass dies seit fast vierhundert Jahren nicht mehr passiert ist, beruht nicht nur auf konsequentem Küstenschutz.


Es liegt vor allem auch daran, dass so viele Pellwormer trotz echter Bedrohungen und Benachteiligungen an ihrer Insel festhalten -und dass sie neue Ideen erst einmal genau unter die Lupe nehmen.

Eine neue Idee kam beispielsweise von der Landesregierung in Schleswig Holstein. Sie wollte 1985 entlang der nordfriesischen Küste den Nationalpark Wattenmeer ausrufen. Die Pellwormer fühlten sich überrumpelt. Sie protestierten gegen weitreichende Einschränkungen in Fischerei und Landwirtschaft. „Nationalpark Nein Danke – Freiheit für die Friesen“ hieß damals die Devise. Die Gründung unseres Vereins „Ökologisch Wirtschaften!“ wenige Jahre später nahm diese Auseinandersetzung auf. Wir fanden uns zusammen, um zwischen Naturschutz und Wirtschaftsinteressen einen vernünftigen Ausgleich zu finden.

Die Mitglieder des Vereins "Ökologisch Wirtschaften" unterstützen seitdem Initiativen, die nachhaltige Wirtschaftsweisen auf Pellworm voranbringen können. Hierzu gehörten von Anfang an die Förderung des biologischen Landbaus und des naturnahen Tourismus auf den Bauernhöfen; die möglichst lokale Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln; eine möglichst enge Verbindung zwischen der Nutzung von Wind und Sonnenenergie und der konsequenten Energieeinsparung auf der Insel; und schließlich einem freundschaftlichen Erfahrungsaustausch und einem Zusammen-Leben, das sowohl für die Insel-Gemeinschaft als auch für unsere Gäste spannend ist.

Die Kontakte zu anderen Inseln und der Austausch mit nachhaltigen Entwicklungsprojekten in ganz Europa haben uns geholfen, auch schwierige Momente zu überstehen. Aus dem manchmal stürmischen Gegenwind von Vertretern der Landesregierung und früherer Gemeindevertretungen gegen Vorschläge unseres Vereins haben wir Energie für neue Initiativen gewonnen. Die aktuelle Neugestaltung unseres Energiekonzepts, das auch aus Mitteln der Gemeinde Pellworm und der Landesregierung Schleswig Holstein gefördert wird, hat die Zusammenarbeit aller Pellwormer ermöglicht. Wir haben gelernt, über den Tellerrand unseres Vereins und unserer Insel hinaus zu schauen. Wir möchten mit unseren Mitgliedern, unseren Netzwerken, und unseren Erfahrungen der vergangenen zwanzig Jahre auch in anderen Bereichen dazu beitragen, dass sich Pellworm den aktuellen Herausforderungen stellen kann.
Willkommen bei "Ökologisch Wirtschaften!"

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