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Öko Woche 2020 - Eine Nachlese

Der Ökoverein hat die Corona Krise für den Einstieg in die digitale Kommunikation genutzt. Unser persönliches Zusammenkommen auf Pellworm ist damit nicht abgelöst worden von Videokonferenzen im Internet.

Aber wir haben uns ein weiteres Instrument in Kontakt zu bleiben und uns zu verständigen erschlossen. In einer Zeit, in der die Verbindungen und Partnerschaften mit anderen lokalen Projekten und Erfahrungen, mit Experten, Forschungseinrichtungen und politischen Entscheidungsträgern immer wichtiger und immer mehr vorausgesetzt werden, zum Beispiel bei der aktuellen Bürgerkonsultationen zur Zukunft der Landwirtschaft, des Naturschutzes und des Klimawandels, sind wir gut beraten uns auf „Augenhöhe“ mit dieser Form der Kommunikation zu bewegen.

 Die Ökowoche digital markiert auch deshalb einen qualitativen Sprung, weil es für unsere Referent*innen, aber auch unsere Mitglieder und Unterstützer auf dem Festland möglich war, ohne großen Aufwand hinsichtlich Reise und Zeit an allen Veranstaltungen teilzunehmen und sich auch nachträglich Vorträge und Diskussionen aller Veranstaltungen anzusehen. Wir haben damit sogar Menschen in Netzwerken und Projekten über Deutschland hinaus erreicht, in denen wir Mitglied sind und die an unseren Überlegungen und Arbeiten interessiert sind. Solche Verbindungen werden in Zukunft immer wichtiger und wir können sie für alle Pellwormer nutzen.

 

Auch die zahlreichen Arbeitsgruppen, die auf Pellworm im Projekt Biosphäre Pellworm mitarbeiten, arbeiten zunehmend digital zusammen und können sich so besser miteinander verständigen. Verbindungen zu anderen Biosphärengruppen, zu landwirtschaftlichen Kooperativen oder lokalen Fleischereien wie dem Projekt in Frankreich, mit dem wir als Verein Kontakt haben und im Januar letzten Jahres auf Pellworm vorstellten, können uns bei den eigenen Überlegungen unterstützen, ohne dass wir jedes Mal lange Reisen unternehmen müssen.

 

Noch ist die digitale Welt Neuland für viele von uns. Aber, um mit einem uns bekannten Bild zu sprechen, aus ihr wird bald festes Vorland für neue Beziehungen und Perspektiven, und das sollten wir für uns nutzen.

Öko Woche 2020

Die Widerstandsfähigkeit von Dörfern  - Alistair Adam Hernandez

 

Eigentlich war die Durchführung der Öko-Woche 2020 als Videokonferenz als Notlösung bei dem aufgrund der Corona-Krise verhängten Versammlungsverbot gedacht. Für den Vortrag von Alistair Adam Hernandez von der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst erwies sich dies jedoch als Glücksfall. So beteiligten sich neben zahlreichen Pellwormer und Freunden der Insel auch Vertreter von Dörfern aus Brandenburg, Niedersachsen an den Diskussionen, selbst aus Österreich, von den kanarischen Inseln und aus Kroatien kamen Teilnehmer der zur Videokonferenz. Der Begriff Resilienz beschreibt die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit und ist eher aus der Psychologie bekannt. Alistair Adam untersucht in seiner Doktorarbeit, wie europaweit Dörfer mit Störungen und schwierigen Situationen umgehen. Die Probleme werden erkannt und analysiert und die Dorfgemeinschaft sucht gemeinsam nach Lösungen für eine (bessere) Zukunft. An Beispielen aus England, Spanien und Deutschland wurde beispielhaft gezeigt, was solche Dörfer auszeichnet. Herr Adam Hernandez erläuterte, dass es vor allem darum gehe, „ob ein Ort als lebendig, dynamisch und aktiv von außen und innen wahrgenommen“ werde. An den Vorschlag schloss sich eine lebhafte Diskussion sowie ein Erfahrungsaustausch mit allen Teilnehmern an, so dass sich die Veranstaltung noch weit in den Abend hineinzog. Alle Teilnehmer äußerten den Wunsch, sich mit dem bei einem nächsten Treffen auf Pellworm noch einmal intensiv auseinander zu setzen.

Öko Woche 2020

Die lange Nacht des Bauernfilms - Antje Schiffer und Thomas Sprenger

Den Abschluss der diesjährigen Öko-Woche bildete ein weiteres Highlight. Die Künstlerin Antje Schiffers betreibt seit vielen Jahren ein „Tauschgeschäft“. Sie malt ein Bild des Bauernhofes und die Bauern und Bäuerinnen drehen dafür einen Film über ihren Hof und ihre Arbeit. Antje Schiffers stellte zunächst sich, ihr Projekt und einige der von ihr gemalten Bauernhöfe vor. Es folgte ein filmische Reise durch ganz Europa, ein von 2 Geschwistern geführter Bio-Betrieb in England, der von einer Genossenschaft gerettet wurde. Ein Melonenbauer aus Ungarn, der mit seiner ganzen Familie mit viel Handarbeit gegen die Übermacht europäischer Konzerne ankämpft: Weiter ging es nach Brandenburg zu einem Betrieb, auf dem noch mit dem Pferd gepflügt wird und weiter zu einem Großbetrieb im Osten, der aus einer ehemaligen LPG hervorgegangen war. In Spanien führen zwei Brüder gemeinsam mit ihren Töchtern einen größeren Betrieb, der vorwiegend durch die hofeigene Käseproduktion sein wirtschaftliches Überleben sichert. Beeindruckende Bilder und Geschichten, die viel Begeisterung aber auch Nachdenklichkeit bei den Zuschauern auslösten. So wurde es eine tatsächlich lange Nacht des Bauernfilms, die längste bisher, wie Antje Schiffers abschliessend be-richtete. Wer nicht die Gelegenheit hatte, die Filme während der Öko- Woche zu sehen, kann dies im Internet nachholen. Auf der Webseite www.vimeo.com findet man unter der Suche nach „Schiffers Sprenger“ eine ganze Reihe der Filme, die Antje Schiffers und ihr Partner Thomas Sprenger seit gut 20 Jahren in Europa aufgezeichnet haben. Auch hier wurde einhellig von den Teilnehmern der Wunsch geäußert, diese Filmreise im Pellwormer Kino im kommenden Jahr anzutreten.
Wer mehr über Antje Schiffers und ihre künstlerische Arbeit erfahren möchte, findet sie im Internet unter http://www.antjeschiffers.de/ , alle Filme sind auf vimeo bzw.  der Webseite von Antje Schiffers http://www.ichbingernebauer.eu/de/ zu finden.

Folgende Filme wurden im Rahmen der Öko-Woche gezeigt:
 Behringhof, Leuenberg (DE) www.vimeo.com/425409131

 Vössing, Neuranft (DE) www.vimeo.com/425424817

 Agrogenossenschaft Schiffmühle (DE) www.vimeo.com/425422911

 Davitkovi, Celo Mustafino (MKD) www.vimeo.com/425417359

 Hermanos Isusi, Sodupe (ES) www.vimeo.com/425414379

 Curtinal, Fanas (CH) www.vimeo.com/425855476

 Fordhall, Market Drayton (GB) www.vimeo.com/425861032

 Sallai János, Nagykamarás (HU) www.vimeo.com/425863517

 

Öko Woche 2020

Öko-Woche 2020 Vortrag von Philipp Löw -Thünen Institut

Stoffstrombilanz

Am zweiten Abend der Öko-Woche 2020 stellte Philipp Löw vom Thünen-Institut die neuen Anforderungen an Landwirte bezüglich der Nitrat- und Phosphatausbringung auf landwirtschaftliche Flächen dar. Im Laufe der vergangenen Jahre ist mit Blick auf den Naturschutz die Belastung der Böden  durch Düngemittel etc. zunehmend in den Blickpunkt geraten. Es entstanden zahlreiche Verordnungen, die EU-weit gültig sind und verpflichtend in jedem Mitgliedsstaat umgesetzt werden müssen. Philipp Löw stellte dar, wie diese Verordnungen zunehmend höhere Anforderungen an Landwirte stellen und gab einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der Bodenbelastungen. Hier fiel auf, das gerade im Nord-Westen Deutschlands z.T. deutlich erhöhte Belastungswerte für Phosphat und Stickstoff zu beobachten sind. Die jetzt in den Verordnungen geforderten Massnahmen sollen zu eine Verbesserung der Bodenqualität und zu einem erhöhten Naturschutz durch verringerte Nährbelastungen führen. Landwirte werden zukünftig in einer Nährstoffbilanz für Ihre Betriebe ermitteln müssen, wieviel Nährstoffe sie ausgebracht und welche Erträge sie damit erzielen könnten: Je nach Ausrichtung des Betriebes gibt es dann Grenzwerte Nährstoffe, die ungenutzt im Boden und ggfs. auch in den Gewässern etc. verbleiben. Als Sondersituation auf pellworm wird hier auch das Augenmerk auf die zunehmenden Gänsepopulationen gerichtet.Im zweiten Teil seines Vortrags stellte Philipp Löw die für Pellworm auf Initiative des Öko-Vereins entstehende Studie für Pellworm vor. Hier werden ökologisch und konventionelle Landwirte Daten von Ihren Betrieben zur Verfügung stellen, unterstützt vom Landhandel, der  aufgrund der Inselsituationen einen guten Überblick über Nährstoff-Im- und Exporte hat. Bundesweit werden diese Bilanzen ohnehin verpflichtend für alle Landwirte und so kann sich aus der Studie des Thünen-Instituts für die Bauern auf Pellworm frühzeitig die Möglichkeit ergeben, durch Kooperationen und fachlichen Austausch den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Der Vortrag von Philipp Löw und Bernhard Osterburg kann hier heruntergeladen werden.

 

Öko Woche 2020

Öko-Woche 2020 Vortrag Prof. Dr. Ulf Hahne, Juliane Lenz, Lennart Schminnes

Nachhaltiges Pellworm

Die erste Online-Veranstaltung im Rahmen der Öko-Woche  verlief erfolgreich. In einem beeindruckenden Vortrag stellten Prof. Hahne, Juliane Lenz und Lennart Schminnes  den Teilnehmern an der Online-Konferenz Teile der umfassenden Untersuchung zu nachhaltigen Entwicklungsmöglichkeiten auf Pellworm vorgestellt. Es schloß eine rege Diskussion an, die noch einmal die Potentiale für eine weitere  nachhaltige Entwicklung der Insel Pellworm deutlich machte. Prof. Hahne stellte auch mit Blick auf die aktuelle Corona-Krise dar, wie die derzeitig pandemiebedingte "Verlangsamung" positive Impulse für Pellworm bringen kann. Schon vor der Pandemie hatte Prof. Hahne mit seiner Studierendengruppe der Universität als Ergebnis ihrer umfassenden Untersuchung als Ziel für die zukünftige Entwicklung der Insel das Motto "Slow-Island" formuliert. Der Vortrag im Rahmen der Öko-Woche kann hier heruntergeladen werden.

Anmeldung Öko-Woche 2020

Anmeldung

Mitglieder des Öko-Vereins erhalten rechtzeitig vor der Veranstaltung eine Mail mit den Zugangsdaten sowie einer Anleitung, wie solche Video-Konferenzen ablaufen und man daran teilnehmen kann. Alle anderen Interessierten senden bitte eine Mail an

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

In die Betreffzeile bitte das Datum der gewünschten Veranstaltung eintragen

Die Zugangsdaten sowie eine Anleitung werden am Tag der Veranstaltung zugesandt! Der Öko-Verein freut sich auf das spannende Experiment, neue Erfahrungen, interessante Vorträge und Diskussionen!

 

Neue Projekte - Die dunkle Heidebiene

Projektantrag Heidebiene

Nele Wree und Holger Spreer beschäftigen sich bereits seit einigen Jahren mit der Wieder-Ansiedlung einer zwischenzeitlich ausgestorbenen, in früheren Jahrzehnten aber in Nordfriesland heimischen Bienenrasse. Unsere Vorfahren haben Jahrhunderte mit der Heidebiene (http://www.dunklebienen.de/dunklebienen.de/Heidebienen.html) in den Marschen und der Geest geimkert, bis diese durch den Import von Bienenrassen aus dem Mittelmeerbereich nicht weiter gezüchtet wurde und letztlich ausstarb. Die von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. 2008 zum Tier des Jahres ernannte Bienenrasse soll nun wieder auf Süderoog heimisch werden. Mehr zum Arche-Hof auf der Hallig Süderoog unter https://www.halligsuederoog.de/arche-hof/